Gemeinsam für ein artenreiches Saarland

15.06.2023 Pressemitteilung - Vereinigung der Jäger des Saarlandes

Jagdschulatlas Magazin - Gemeinsam für ein artenreiches Saarland
Foto: SHS

Gute Neuigkeiten in Sachen Artenreichtum an der Saar:
Die Landesentwicklungsgesellschaft Saarland (LEG Saar), das Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz (MUKMAV) und die Vereinigung der Jäger des Saarlandes (VJS) bündeln jetzt ihr Engagement für Biodiversität.

In dem landesweiten Projekt „Saarland Artenreich“ werden sie nun gemeinsam für das wichtige Thema der Artenvielfalt sensibilisieren und den bereits bestehenden Beitrag für artenreiche Landschaften weiter ausdehnen. Dazu haben Umweltministerin Petra Berg, LEG Saar‐Geschäftsführer Valentin Holzer und Landesjägermeister Josef Schneider die entsprechende Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. „Diese Kooperationsvereinbarung ist ein wichtiger Beitrag, um mehr Biodiversität in die Fläche zu bringen. LEG Saar und VJS sind uns hier willkommene Partner, um vor Ort die Akzeptanz für die Entwicklung der Blühlandschaften zu schaffen und gemeinsam mit Landwirtinnen und Landwirten auch für die Umsetzung zu sorgen. So geht Artenschutz konkret – gemeinsam vor Ort, zum Wohle von Mensch und Natur“, sagte Ministerin Petra Berg.

Nur ein Beispiel an dieser Stelle – von 2018 bis 2021 hat sich binnen drei Jahren die Gesamtzahl der registrierten Vogelarten in diesen untersuchten Projekt‐Gebieten von 38 auf 75 erhöht. Das ist sehr erfreulich und es verdeutlicht, dass sich unsere gemeinsamen Anstrengungen für Artenvielfalt durch Lebensraum‐Verbesserungen für die wildlebenden Tiere auszahlt.

Die LEG Saar übernimmt als Geschäftsstelle die Aufgaben der Projektabwicklung. Dazu Valentin Holzer: „Als Landesentwicklungsgesellschaft legen wir Wert auf ökologische Nachhaltigkeit, um den Erhalt unserer abwechslungsreichen und schönen Tier‐ und Pflanzenwelt auch für künftige Generationen zu sichern. Im Verbund mit den Landwirten, den Jägern, Unternehmen und Kommunen möchten wir weiterhin für das bedeutende Thema des Artenreichtums aufmerksam machen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit unseren Partnern, vor allem aber auf die neu geschaffenen Lebensräume und ein artenreiches Saarland.“

Josef Schneider fügte aus Sicht der Saar‐Jäger hinzu: „Wir unterstützen Artenschutzprojekte im ganzen Land und leisten als Saarjäger mit Begeisterung unseren Beitrag. Denn Jagen heißt nicht nur, nachhaltig ein hochwertiges und gesundes Lebensmittel zu gewinnen. Die Jagd steht vor allem im Dienst der Erhaltung der Natur und erfüllt damit ein wichtiges gesellschaftliches Erfordernis unserer Zeit.“

Das Projekt „Saarland Artenreich“...

Das Projekt „Saarland Artenreich“ fördert heimische Arten. Das ist ein Beitrag zum Schaffen, Erhalten und Verstärken von Biodiversität im Saarland. Konkret beinhaltet dies das Bereitstellen von geeigneten Flächen und deren Ausstattung mit artenreichem, regionalem Saatgut, um so den Lebenserhalt von möglichst vielen Pflanzen und Tierarten zu bewirken.

... und wie es vorgeht

In Zusammenarbeit mit Jägern aus der Region, Landwirten und Kommunen werden Flächen identifiziert, die sich in besonderer Weise zum Schaffen von insektenreichen Blühlandschaften eignen. Dazu erhalten teilnehmende Grundstücksbesitzer kostenfrei eine spezielle regionale „Lebensraum‐Saatgutmischung“ aus zahlreichen Wildblumen und Kulturpflanzen. Sie verpflichten sich nach der Einsaat zur Stilllegung ihrer Böden für die kommenden drei Jahre.

Die so entstehenden Blühflächen (mindestens 21 Meter breit) bieten Nahrung und Schutz für zahlreiche Tierarten, beginnend mit Wildbienen und anderen Insekten, aber auch für Fasane, Wildhasen, zahlreiche gefährdete feldflugbewohnende Vogelarten und andere. Sie sollten mindestens drei unterschiedliche, streifenförmig angelegte Vegetationstypen (Ackerrandstreifen, Blühflächen, Lichtackerbereich, optional grasbetonte Schutzstreifen, optional Schonstreifen, optional Offenbereich) enthalten. Durch den streifenförmigen Anbau werden somit Strukturen neu geschaffen, wie sie über Jahrhunderte in der kleinbäuerlichen Landwirtschaft Bestand hatten und den Bodenbrüterarten optimale Lebensräume boten. Das Saatgut stellen die lokalen Jäger zur Verfügung, sie fungieren als Bindeglied zwischen den Projektpartnern und den Flächenberechtigten. Zur Verfügung steht ein jährliches Projektbudget von 35 000 Euro.

Neben Einsaatflächen können auch Flächen, die sich auf Jahre selbst überlassen bleiben, als weitere Lebensstreifen eine bedeutende Rolle spielen, zumal der Einsatz von Saatgut nur begrenzt Wirkung haben kann und manche auch wichtige Arten und Entwicklungen sonst ausschließt.

Wichtig ist, die Methoden und die Entwicklungen im Blick zu haben und auch den weiteren Erfolg fachlich zu begleiten.

Was bisher erreicht wurde

Entstanden ist das aktuelle Projekt aus der Zusammenlegung der beiden bisherigen Initiativen der LEG Saar „Saarland Artenreich“ und „Artenreiche Kulturlandschaft Saarlouis“ von MUKMAV und VJS. So wurden saarlandweit im Zusammenwirken von VJS und ihren Jägern, Kommunen, Landwirten und weiteren Flächenbesitzern vor Ort bisher bereits Flächen mit einer Gesamtgröße von 250 bis 300 Hektar zu artenreichen Lebensräumen umgewandelt.

Im Einzelnen bedeutete das für das bisherige Projekt der LEG Saar: Binnen zwei Jahren sind in allen Saar‐Landkreisen über 60 Hektar neue Blühlandschaften entstanden. 2022 hat die Gesellschaft mit dem verteilten Saatgut auf 34 Hektar neue Lebensraumflächen geschaffen und verzeichnet somit einen ähnlichen Zuwachs wie in den letzten Jahren. Angelegt wurden besagte Areale in Heusweiler, Illingen, Losheim am See, Nohfelden, Obertal, Marpingen, Tholey, Nonnweiler, Eppelborn, Wallerfangen und Lebach.

Ausgesät wurde im letzten Jahr eine Mischung aus den Sorten „Lebensraum 1“ (besonders geeignet für Insekten, Vögel, Niederwild incl. Rehwild), Klee, Sonnenblumen und einer einjährigen Blühmischung. An der Initiative „Artenreiche Kulturlandschaft Saarlouis“ von Umweltministerium und VJS beteiligten sich bisher im Durchschnitt der letzten Jahre 20 Jagdbezirke. Auch hier wurden im Kreis Saarlouis auf insgesamt rund 250 Hektar Musterbiotopflächen in unterschiedlichen Naturräumen angelegt. red./jb

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15.06.2023 Pressemitteilung - Vereinigung der Jäger des Saarlandes

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